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Gut sechs Jahre nach dem Friedensvertrag von Dayton ist es an der Zeit, eine Bilanz der seitherigen Entwicklung in Bosnien-Herzegowina zu ziehen. Das Engagement des Westens läßt spürbar nach, und das Land sieht sich gezwungen, stärker auf eigenen Füßen zu stehen. Das kann nur gelingen, wenn seine demokratischen, rechtsstaatlichen und marktwirtschaftlichen Fundamente gestärkt werden. So bemühen sich die in Bosnien-Herzegowina aktiven internationalen Organisationen um eine Neuausrichtung ihrer Arbeit, um dem Land mehr Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Vieles spricht dafür, daß die Ära der Kriege auf dem westlichen Balkan erst einmal vorbei ist. Nachdem der Westen Bosnien-Herzegowina bislang wie ein Protektorat geführt hat, folgt nun eine Phase verstärkter Kooperation mit den gewählten Vertretern, an deren Ende die vollständige Unabhängigkeit des Landes stehen wird. Wer die Schrecken des Krieges noch vor Augen hat, kann die bisherige Bilanz seit Dayton nur positiv bewerten.

