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In der EU wird aufgrund vitaler Eigeninteressen an stabilen Verhältnissen intensiv nachgedacht, wie die drei Neuen Nachbarn Ukraine, Belarus und Moldova enger an die erweiterte Union angebunden werden können. Dabei wird die Perspektive einer Mitgliedschaft, wie sie die Ukraine und Moldova wünschen, offengelassen. Es wird eine Strategie entwickelt, deren Kern Angebote zu enger wirtschaftlicher Zusammenarbeit bis hin zur stufenweisen Einbeziehung in einen Gesamteuropäischen Wirtschaftsraum bilden. In länderspezifischen Aktionsplänen sollen Ziele, Maßstäbe, Zeitpläne und Mechanismen zur laufenden Beobachtung entwickelt werden. Gleichzeitig ist die EU bestrebt, eine Integrationskonkurrenz mit Rußland zu vermeiden.

Der Beitrag analysiert die aktuelle Balkanpolitik der Europäischen Union im Zusammenhang mit der Osterweiterung des Jahres 2004. Ein Beitrittsprozeß nach dem Muster der Osterweiterung scheint nicht ohne gravierende Friktionen und Probleme auf den „Westbalkan“ übertragbar. Die „Südosterweiterung“ stellt keine schematische Fortsetzung der Osterweiterung dar, vielmehr wird die bevorstehende Erweiterungsrunde die EU selbst grundlegend verändern. Die absehbare Binnendifferenzierung der Union erlaubt auch eine flexible Einbeziehung potentieller Kandida-tenstaaten.

Die Messung der außenwirtschaftlichen Offenheit gilt als schwieriges Unterfangen. Die Datensätze zum Globalisierungsgrad lieferten vor allem ein unzureichendes Bild des regulativen Offenheitsgrad der Außenwirtschaft in den Transformationsstaaten. Diese Lücke schließt der neue ELITE-Datensatz für die Jahre 1993-2000. Zwei gegenläufige Tendenzen lassen sich ausmachen. Einerseits liberalisierten die Transformationsstaaten ihre Regulierungen des Handelsverkehrs. Im gleichen Zeitraum erhöhten sie aber auch den Protektionsgrad für den Kapitalverkehr. Die wichtigsten Faktoren für eine Liberalisierung sind die Art des Regimewechsels sowie der Demokratisierungsgrad. Demokratien erweisen sich dabei als offener als Autokratien. Ökonomische Reformursachen wie das Ausmaß der Transformationskrise oder die Höhe der internationalen Finanzhilfen sind für Außenwirtschaftsreformen hingegen kaum von Bedeutung.

Die Geschichte der Expansion Rußlands als „innere Kolonisation“ zu deuten, ist ein hartnäckiger Topos der russischen Historiographie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er kehrt immer wieder und wird mit neuen semantischen Aspekten gefüllt. Russische Historiker begründen das Konzept mit einem Verweis auf die geographisch-räumlichen Gegebenheiten. Daß innerkontinentale Kolonisationsprozesse keineswegs immer so interpretiert wurden, zeigt der Vergleich mit amerikanischen Konstruktionen des nationalen Raums. Der Beitrag analysiert Ursachen und Funktionen der russischen Selbstdeutung.

Von der Oktoberrevolution bis zur Auflösung der UdSSR war politisch oder ethnisch begründete Emigration ein integraler Bestandteil der sowjetischen Geschichte. Dagegen spielte Immigration in die UdSSR eine untergeordnete Rolle. Vier Emigrationswellen lassen sich unterscheiden. Während die Auswanderer der ersten Welle in Europa eine neue Heimat fanden, zog es die späteren in die USA. Erst nach dem Niedergang der Sowjetunion gewinnt Europa für rußländische Emigranten wieder an Bedeutung.
