Logo Levada-Center
2012 2011 2010
2009 2008 2007
2006 2005 2004
2003 2002 2013

Logbuch Arktis
Der Raum, die Interessen und das Recht

Manfred Sapper, Volker Weichsel, Christoph Humrich (Hg.)
448 S., 24 Karten, 80 Abb.
Berlin 2011 [=Osteuropa 2-3/2011]
Preis: 32,00 €
ISBN: 978-3-8305-1845-7

Coverbild

Philipp Felsch | 9

Der arktische Konjunktiv
Auf der Suche nach dem eisfreien Polarmeer
Mehr

Natur und Recht

Jörg Stadelbauer | 21

Naturraum Arktis
Russlands Hoher Norden
Mehr

Rüdiger Gerdes | 47

Klimawandel in der Arktis
Phänomene und Prognosen
Mehr

Uwe Jenisch | 57

Arktis und Seerecht
Seegrenzen, Festlandsockelansprüche und Verkehrsrechte
Mehr

Elvira Pushkareva | 77

Die Arktis im Völkerrecht
Seerechtsübereinkommen und Sektorentheorie
Mehr

Karl Hinz | 87

Wem gehört die zentrale Arktis?
Geologie, Bathymetrie und das Seerecht
Mehr

Karl Hinz | 93

„Es gibt keinen Wettlauf um die Arktis“
Karl Hinz über die Festlandsockelgrenzkommission, den Rohstoffmythos und einen Präzedenzfall
Mehr

Thijs Duyzings | 101

Der Nördliche Seeweg
Russlands Schifffahrtsregeln und das Völkerrecht
Mehr

Wirtschaft und Umwelt

Hilmar Rempel | 113

Rohstoffe der Arktis
Potentiale und Vorkommen
Mehr

Indra Øverland | 129

Kooperation statt Konfrontation
Štokman, Jamal und Russlands Energiepolitik in der Arktis
Mehr

Stephen Fortescue | 143

Erze und OIigarchen
Die Bergbauindustrie in Russlands Nordwesten
Mehr

Bettina Rudloff | 163

Fisch im Wasser?
Die EU und die Arktisfischerei
Mehr

Karl Magnus Eger, Arnfinn Jørgensen-Dahl | 179

Kurzer Weg, hohes Risiko
Der Nördliche Seeweg: eine euro-asiatische Schiffsroute?
Mehr

Elena Nikitina | 195

Russlands dreckige Arktis
Umweltverschmutzung und ökologische Ansätze
Mehr

Sandra Cavalieri, et al. | 211

Spurensuche
Der ökologische Fußabdruck der EU in der Arktis
Mehr

Konflikt und Kooperation

Christoph Humrich, Klaus Dieter Wolf | 225

Krieg in der Arktis?
Konfliktszenarien auf dem Prüfstand
Mehr

Kristian Åtland | 243

Im Norden nicht Neues?
Die Arktis in Russlands Sicherheitspolitik
Mehr

Geir Hønneland | 257

Kompromiss als Routine
Russisch-norwegische Konfliktlösung in der Barentssee
Mehr

Klaus Gestwa | 271

Polarisierung der Sowjetgeschichte
Die Antarktis im Kalten Krieg
Mehr

Michael Hamel-Green | 289

Atomwaffenfreie Zone Arktis
Vorbilder und Perspektiven
Mehr

Kirsti Stuvøy, Brigt Dale | 301

Der Arktische Rat
Gesundheitsmanagement zwischen Wissenschaft und Politik
Mehr

Gemeinschaft und Gesellschaft

Vasilij Golovanov | 311 | Volltext

Erde ohne Götter
Mehr

Volltext drucken (öffnet neues Fenster)

VASILIJ GOLOVANOV
ERDE OHNE GÖTTER

KOLGUEV LIEGT AUF DER „WESTABGEWANDTEN SEITE DER EUROPÄISCHEN GESCHICHTE“. EINST FEGTEN AUF DER INSEL IN DER BARENTSSEE DIE RENTIERNOMADEN DER NENZEN MIT GÄNSEFEDERN DIE TUNDRA, DAMIT KEIN STÄUBCHEN AM STANDPLATZ ZURÜCKBLEIBT. DIE SOWJETUNION HAT EINEN FUNDUS DES WELTALPHABETS ZURÜCKGELASSEN: ATOMMÜLL UND BIERDOSEN, FÄSSER UND GASMASKEN, HOLZTEILE UND HUBSCHRAUBERVERKLEIDUNG. AM NORDENDE DES KONTINENTS IST DAS ZEITENENDE BEREITS GEKOMMEN.

Drei umgedrehte Betten: grob gezimmerten Särgen ähnelnde Holzkisten mit Beinen, die nur noch Stümpfe sind, darauf Felle und Schlafsäcke – so sieht die Höhle aus, die wir uns hier an der Krivaja in einem der Räume einer vollkommen demolierten Baracke gebaut haben, wie Aaskäfer im Leib eines Tierkadavers. Vor drei Jahren wohnten hier noch Menschen. An der Krivaja, wo Trevor-Battye erstmals auf Kolguev angelandet war, hatten Geologen eine Sägemühle errichtet, nachdem das Innere der Insel, von unterirdischen Sprengungen zuoberst gekehrt, sein verborgen unter Torf und Lehm schlummerndes Erdöl preisgegeben hatte. Das für die Bauarbeiten benötigte Holz ließ sich leicht von der Koška heranbringen und zu Brettern zersägen. Es herrschte Hochbetrieb: Hubschrauber schafften die Schichtablösungen herbei; heißen, dickflüssigen Kraftstoff verschlingend, ließen dröhnende Dieselmotoren den Strom in den Leitungen pulsieren; wie Zahnräder eines gigantischen Uhrwerks zermahlten riesige lotrechte Sägeblätter fleißig die in den Stämmen eingeschlossene Zeit . . .
Wann genau und warum dies alles nicht mehr gebraucht wurde, weiß ich nicht. Als wir ankamen, schaute ich mich lange um, stumpf und fassungslos. Ich sah Berge von Sägemehl, Dünen von Sägemehl, sah hingekippte Stapel von Brettern, auseinanderrutschende Haufen von Stämmen, die erstarrten schwarzen Mandibeln der Sägen, sah zusammengebackenen, sich verklumpenden Schrott, der allmählich wieder in rötliches Sumpferz überging: Traktoren, zentnerschwere Zahnräder, Kettenglieder und Kolben und im Wind klappernde Garagenwandungen, sah Überreste zusammengestürzter Baulichkeiten, sah verrostende leere Treibstofftanks, überall umherliegende Mechanikteile, Fräsen, Schleifsteine . . .
Dann: die herausgerissenen Dielenbretter, die mit Wasser vollgesogene, herunterkommende Decke, das aus den Wänden rieselnde feuchte Sägemehl, das unter den Schritten knirschende Fensterglas . . . Unsere Zuflucht. Wir richteten uns in dem einzigen Raum ein, dessen Boden noch erhalten war. Wie bei unserem letzten Nachtquartier verschlossen wir zuallererst die Fensteröffnungen, nicht mit Glas, versteht sich, sondern mit Zellophan und einem Stück „Burukrytie“, jener dicken Spezialplane aus gummiertem Stoff, mit der im Hohen Norden die Wohncontainer ummantelt werden. Dann fegten wir einen ganzen Berg Medikamente ins Freie. Zwischen verknäulten gelben Binden, entzweigegangenen Ampullen, zerbrochenen Jodfläschchen und vor Feuchtigkeit aufgequollenen Tabletten entdeckten wir zufällig eine Tube der begehrten Schlangengiftsalbe, und ich rieb mir damit mein seit kurzem unvermutet und heftig schmerzendes Knie ein. In der Küche stießen wir auf einen noch tauglichen Teekessel und eine Brotform . . .
Vom Flur her Geräusche. Über unseren Köpfen bewegt sich im Luftzug ein Stück abgerissener Dachpappe, die Rahmen der eingeschlagenen Fenster knarren; plötzlich auf dem Boden ein Flattern und Rascheln wie von angeschossenen Vögeln – die Seiten zurückgelassener Bücher. Die offenstehende Latrinentür ist noch mit belehrenden Appellen bepinselt: „Genosse! Justiere deinen Arsch genau! Ziele sauber ins Loch!“, und dazu die befremdlichen Schöpfungen eines entweder getrübten oder schönheitsunempfindlichen Geistes: ein wozu auch immer an einem zwei Meter langen dicken Draht baumelnder Schraubenschlüssel, ein riesiger, eggeähnlicher Eisenrechen, ein mit einem halben Dutzend langer Nägel gespickter Schuh . . . Nägel, die aus den Wänden ragen, und Nägel, die aus dem Boden ragen . . .
Wozu diente das alles? Was ist hier vor sich gegangen? Der Gedanke, dass wir diesmal nach dem Ende der Welt auf die Erde geraten sind, drängt sich einem augenblicklich auf, zusammen mit dem Verdacht, dass in diesen Ruinen, zwischen diesem Getön und Geraschel, noch jemand außer uns zugegen sei, jemand, der davon berichten könnte, was hier geschehen ist. Denn die Horrorindustrie bringt einen natürlich auf den Gedanken, hier könne etwas vor sich gegangen sein, was das Blut in den Adern wirklich gefrieren ließe; vielleicht ist diese kleine Küstensiedlung ja Opfer irgendeiner Höllenkreatur geworden, die sich in den Menschen eingenistet hat wie ein Virus von rasender, sinnloser Zerstörungskraft?
Ich wollte diesen Ort fotografieren – und konnte es nicht. Die Ruinen des Hohen Nordens sind wahrlich geronnener Irrsinn. Sie lassen sich nicht poetisieren. Ich fühlte mich, als sei ich ins Reich des Bösen geraten, an einen seit langem von den Menschen wie den Göttern verlassenen Ort. Vielleicht nach einer Schlacht, die sich die letzten Helden und letzten Götter hier an der Küste mit fremden, dunklen Abgesandten lieferten und verloren . . .
Kannst du dir ein von den Göttern verlassenes Land vorstellen? Nein, es ist keine Wüste, deren Sand glutrot flammt von Hitze wie ein gigantischer Sonnenaltar, und der blaue Schatten der Eidechse bildet sich auf diesem feuerspeienden Blech ab, und du begreifst, dass Er zugegen ist. Auch die Polargebiete offenbaren Ihn in der Herrlichkeit des winterlichen Himmelslichts. Die Götter verlassen nur jene Orte, welche der Mensch wider ihren Willen verhöhnt hat, weil sein Herz verdorrt ist wie eine eingetrocknete Birne, weil er die Freude verlernt hat und allem gegenüber gleichgültig geworden ist . . .
Das Einzige, was ich an diesem verfluchten Ort fotografiert habe, war ein Seeschwalbenjunges, schon recht groß, aber noch nicht flügge, daunig und gänzlich hilflos. Es hatte hinter einem zerfetzten rostigen Eisenstück vor dem Wind Schutz gesucht. Vielleicht hat Gott sich ja in diesem Vogeljungen geoffenbart. Denn rebelliert die Vernunft, so wiederersteht Er in der stummen Kreatur, in der Anordnung der Wolken am Himmel, im Glitzern der vom Menschen noch nicht verdreckten Weite des Meeres . . .
Aber dieser Ort hier, an dem wir sitzen, starr vor Entsetzen über das Geschehene, er erschien doch einst Menschen als das gelobte Land, wohin sie, gehorsam Seinem Ruf folgend, sich wandten, um ewigen Frieden zu finden?

Klettert man in dem Raum neben unserer Schlafkammer aus dem herausgenommenen Fenster (was wir tun, um nicht durch den dunklen, nägelgespickten Korridor uns tasten zu müssen), so eröffnet sich einem – neben Gebäuderuinen, Spänen, Scherben, Alteisen sowie einem Verschlag aus Brettern und Burukrytie mit Feuerstelle, die wir im Ufersand errichtet haben, um nicht unabsichtlich alles ringsum in Brand zu stecken – noch eine Landschaft. Als Erstes erblickt man das Flüsschen Krivaja, das sich in ein Haff ergießt, und, auf der anderen Seite des Haffs, die Barre, die es von der offenen See trennt und deren Gatt im Moment von allem versperrt ist, was das Meer so anschwemmt, Treibholz, Sand und große Kiesel, durch die das Wasser wie durch einen Filter abfließt, so dass man von einem Ufer zum anderen springen kann, ohne nasse Füße zu bekommen, während die Meeresbucht selbst so tief und breit ist, dass man nirgendwo hindurchwaten kann, und zudem angefüllt mit ungenießbarem Brackwasser. Weshalb wir für Tee und Suppe das Wasser aus einem neben der Baracke stehenden Boiler einer einstigen Duschvorrichtung schöpfen, der so unvorstellbar von Rost zerfressen ist, dass sich in der abgestandenen Brühe (die vermutlich seit der Schneeschmelze dort dümpelt) rote, an Wasserpflanzen erinnernde Zotteln gebildet haben. Des Weiteren erblickt man, gelenkt von dem weit sich in die Insel hinein erstreckenden Arm des Meerbusens das Flüsschen Chabčikal, das seine Wasser in diesem kalten und bitteren Behältnis mit denen der Krivaja vermischt. Seinen schönen Namen verdankt das Flüsschen einem einsamen Walross- und Eisbärjäger, der hier vorzeiten seinem Handwerk nachging. Es heißt, das Geschirr von Chabčikals Renen sei behängt gewesen mit Schmuck aus Mammutelfenbein, obgleich dieses auf Kolguev nicht zu finden ist. Und schließlich erblickt man, in dem Dreieck zwischen Chabčikal und Krivaja, einen dunkelerdigen Buckel, der sich über all den Wassern erhebt wie eine gewölbte Stirn, gekrönt mit einem Kranz aus geschwärzten Eisenfässern . . .
Während Petja und ich das von den Flüssen aufgestaute Haff nach einer Stelle absuchten, wo wir hindurchwaten könnten, banden auf der Nehrung unsere Trekkinggefährten mit einem im Sand gefundenen Nylonseil Holzstämme zu einem Floß zusammen. Petja und ich hielten das für reine Zeitvergeudung, doch als wir bis auf die Knochen durchfroren zum Gatt zurückkamen, ohne eine Furt gefunden zu haben, war das Floß fertig und im Wasser. Das Gefühl, es werde sich unter unseren Füßen auflösen und einer von uns müsse ganz bestimmt im klaren, brackigen Becken seine Taufe erleben, sollte mich erst loslassen, als ich selber daraufstand. Mit einem langen Brett bald wie mit einer Stange, bald wie mit einem Ruder hantierend, erreichte ich das andere Ufer, obwohl das Floß so tief unter Wasser gedrückt wurde, dass nur noch die oberen Querbalken mit ihrer grünen Nylonseilumwickelung herausschauten.
Einer nach dem anderen setzten wir über und erklommen dann einen Hügel. Von seinem flachen Kamm aus eröffnete sich uns das Haff, das Meer und unser jämmerlicher Unterschlupf, der wirkte, als sei er im Epizentrum einer Explosion zufällig heilgeblieben . . . Doch wir brauchten uns nur umzudrehen – und unserem Blick bot sich die Weite der Tundra dar. Wie die Draperie einer Theaterdekoration entrollte sie sich vor unseren Augen in weichen, rhythmischen Falten von feinst nuanciert aufeinander abgestimmten Grüntönen, die Illusion einer endlosen Perspektive erzeugend. In ihrer ruhigen Größe glich sie einer fantastischen Fuge, die jeden Augenblick in wundersamen Tönen erklingen kann. Die aber noch nicht aufklingt, sondern sich erst aufschwingt, Musik zu werden. Als wäre sie in der feierlichen Stille erstarrt, die dem ersten Akkord vorausgeht . . .
Von diesem Hügel aus hat der legendäre Jäger Chabčikal die Welt gewiss mehr als einmal betrachtet. Und ebenhier, auf diesem Hügel, erklang das an Christus gerichtete Gebet nach der Ankunft jener, denen die unwirtlichen Ufer Kolguevs zum Bild für die biblische Wüste wurden, zum Boden ihres Glaubens, der sämtliche Entbehrungen aushalten heißt. Denn diese Insel hier ist mit einem der tiefsten Rätsel der russischen Geschichte verbunden: dem Rätsel des Raskol.

Nach kurzem Suchen fanden wir das steinerne Fundament des großen Holzkreuzes, das die Altgläubigen hier einst aufgerichtet hatten. Die Steine waren moosüberwachsen, und vom Holz war nichts mehr übrig als ein paar verfaulte, krümelig und trocken gewordene Stückchen. Aber wie sollte man sich angesichts dieser von der Zeit zusammengebackenen Steine nicht an den merkwürdigen und in seiner bedrohlichen Unlösbarkeit bis heute erschreckenden Zwist erinnern, der ein Volk, das russische, das sich auf einerlei Art als rechtgläubig ansah, in zwei Lager spaltete, die in ihrem Bekenntnis zu dem doch einen und allgemeinen Glauben einander zutiefst unversöhnlich gegenüberstanden? Worum ging es? Um kultische Einzelheiten, „nach altem Ritus“ oder „nach neuem“? Aber nein, es kann nicht sein, dass irgendwelche rein formalen liturgischen Eigenheiten Hunderttausende Menschen in den Wald, die Einsiedelei, auf weite Wanderschaft und die überspanntesten unter ihnen bis zum Aufstand im Soloveckij-Kloster, ja zur Selbstverbrennung trieben! Nein, dieser ganze Widerstandsgeist gegen die Nikonschen „Neuerungen“ in der Orthodoxie ist selbstverständlich Ausdruck einer unversöhnlichen Differenz in allerwesentlichsten Dingen, ist die Artikulation sehr tiefer Empfindungen. Im Altgläubigentum floss allzu viel zusammen: die Suche nach dem Reich Gottes, das „in uns ist“, die Forderung nach Heiligkeit, dem praktischen, täglich von allen verkörperten uralten Frömmigkeitsideal, wie es sich im Leben Jesu Christi des Retters, im Leben der Apostel und der frühen Asketen, der Einsiedler, Anachoreten, Säulenheiligen, geoffenbart hat, ein Leben bar jedes Zugeständnisses an „die Unbill des Tages“, die Eitelkeiten dieser Welt und der Politik . . . Rozanov hat es verblüffend genau formuliert: „[. . .] zu der Zeit, als die Kirche nach Regeln der Erlösung sucht, sucht der Raskol nach einem Typus der Erlösung. Die Kirche analysiert, reflektiert, studiert; [. . .] als Mittel der Erlösung bietet sie das Fasten, das Gebet, die kanonisch richtigen und zudem bestens redigierten, kritisch durchgesehenen Bücher an. Der Raskol, dieser ‚rohe‘ Raskol, mit dem wir nicht selten den höchsten Grad an ,Unbildung‘ verbinden, handelt nach künstlerischen Auffassungsgesetzen . . . Die Raskol’niki trennen die Heiligkeit nicht vom heiligen Menschen; sie nehmen gleichsam von seinen kostbaren Reliquien eine Maske ab, genauer: von seiner ganzen lebendigen Persönlichkeit, und streben danach, sich, ihre Seele, ihr Handeln in die so gewonnene Form zu gießen. Das Typikon der Erlösung, hierin liegt das Geheimnis des Raskol, der Nerv seines Lebens, sein qualvolles Dürsten – im Unterschied zur summa regulorum, die unsere und im Übrigen jede Kirche leitet. Das Altgläubigentum ist erfüllt von Lebendigem, Individuellem, Künstlerischem; es ist erfüllt vom Bild des heiligen Alexius von Edessa, nicht von Erwägungen, wie er, dieser ,Mann Gottes‘, sich benommen hat und dank welcher Mittel und Wege er zur Erlösung gelangte; der Kern altgläubigen Empfindens ist Begeisterung, Ergötzen, es ist gleichsam vom Auge her motiviert und absolut nicht theoretisch abgeleitet. Daher auch seine dermaßen ‚borniert‘ erscheinende Sorge in Bezug auf Einzelheiten; [. . .] die Sorge, das Bild des heiligen Lebens unversehrt zu retten, dieses vom Menschen bereits erfahrene und von Gott gesegnete Bild.“
[. . .]
Mit ihrem mystischen Verständnis des Glaubens und ihrer gleichgültigen, wenn nicht feindseligen Haltung gegenüber der synodalen Rechtgläubigkeit, die sich in den historischen Prozess des sich herausbildenden russischen Staates hatte hineinziehen lassen, stellen die Raskol’niki in unserer Geschichte eine Art Gegenstrom dar, der im Grunde auf eine außerhistorische Zeit zielt – und damit auf einen aus diesen oder jenen Gründen den Männern des Staates nicht zugänglichen Raum . . . Und wenn der Vater des Raskol, der Protopope Avvakum gewaltsam nach Pustozersk an die Pečora verbracht und nach Jahren der Kerkerhaft zuletzt in dieser wüsten, wilden Gegend ohne unliebsame Zeugen hingerichtet wurde, so gingen später seine geistigen Kinder, die Altgläubigen, freiwillig in diesen Landstrich, wo der Wind die Gebeine aus den Gräbern wühlt, ja in noch rauere und abgelegenere Gegenden. Und je mehr Moskau heranwuchs, je klangvoller das Geläut der Glocken die Stadt durchflutete und je majestätischer das Antlitz des jungen Petersburg erstrahlte, mit dem sich für Russland doch der Eintritt in die westeuropäische Geschichte auftat, desto weiter gingen sie fort. Fort von der Geschichte, fort von den ruhmreichen russischen Waffen, fort von den verwegenen, prunkvollen Kirchenbauten, deren Pracht und Herrlichkeit glänzende wissbegierige Geister, Männer, die von der phantasiesprühenden Leichtigkeit des Barock ebenso fasziniert waren wie von der Geometrie des besonnenen Freimaurertums, dem Stein abgetrotzt hatten . . .

Die Raskol’niki lebten ihre eigene, parallele Geschichte, für die sich kein Historiograph fand: Sie besiedelten das Pomor’e, jenes riesige Gebiet zwischen der Weißmeerküste und dem Onegasee und kolonisierten weite Territorien jenseits des Ural und in Sibirien. Der Staat folgte in ihrer Spur, holte sie unabänderlich jedes Mal ein, sie in seine Geschichte hineinziehend, sie aus der Bewegungslosigkeit der biblischen Zeit, aus der Abspaltung herausführend. So, mit dem allmählichen Wechsel der „Altritualisten“ aus der mythologischen in die historische, die weltliche Zeit, hat diese seit dem 17. Jahrhundert klaffende Wunde Russlands bereits vor der Revolution ihren grellen Schmerz verloren: die Altgläubigen leben fort, sie existieren auf dem Erdenrund.
Von einigen wenigen abgesehen, die den letzten Schritt zu jener Grenze hin taten, jenseits derer ein „Fortlaufen“, ja die menschliche Existenz überhaupt, offenbar unmöglich sind.
1767 versuchte eine Gruppe Raskol’niki, etwa siebzig Mann einer äußerst asketischen Richtung, sich auf Kolguev niederzulassen. „Ein fehlgeschlagenes Unterfangen“, heißt es in der 1895 erschienenen Enzyklopädie Brockgauz-Ėfron. „Sie starben aus.“ Darüber, wie lange die Einsiedler auf der Insel lebten, ist nichts bekannt. Sie bauten nicht die unsichtbare Stadt Kitež, errichteten keine „sichtbare“ Kirche. Bis auf diesen Haufen Fundamentsteine, die das große Kreuz trugen, vereinzelte Grabstellen und die „Grabkammer“, jenes Flüsschen Pokojnickaja, das mit seinem Namen unzweideutig an das traurige Ende ihres Unternehmens erinnert, ist nichts von ihnen geblieben. Heute lebende Nenzen, die nach alter Tradition im Namen ihrer Vorfahren sprechen, als seien sie selbst leibhaftig Augenzeugen längst vergangener Ereignisse gewesen, beteuern, sie hätten noch einige dieser Eremiten angetroffen. Will man dem Brockgauz-Ėfron Glauben schenken, so haben Pomoren vom Mezen’ erstmals 1780 Nenzen zum Weiden von Renen nach Kolguev übergesetzt. Die Begegnung müsste demzufolge dreizehn Jahre nach der Ankunft der Altgläubigen am Ufer ihrer letzten Wanderschaft stattgefunden haben. Damals gelang es den Nenzen nicht, sich dauerhaft auf der Insel niederzulassen, sie kehrten aufs Festland zurück und brachten ihrem Volk die Kunde von den seltsamen Russen auf Kolguev. „Wir haben ihnen geraten, Trockenfisch und -fleisch zu essen, aber sie wollten nicht: Gott hat es nicht befohlen.“ Indes gingen die Raskol’niki auf Wild- und Vogeljagd: Anfang der 1960er Jahre rutschte hier an der Krivaja ein großes Stück Uferböschung ab, und aus dem Torf stürzten Särge heraus, in denen neben den sterblichen Überresten von Menschen auch Steingewehre und alte Kupfermünzen lagen. Kein Wissenschaftler hat sich dieser Grabstätte rechtzeitig angenommen, und jetzt ist es zu spät, das Meer hat sich die Särge längst mitsamt allem Inhalt genommen . . . Augenscheinlich sind die Altgläubigen nicht gleich an Schwäche gestorben, wurden nicht sofort sämtlich vom Skorbut dahingerafft, sondern haben etliche Jahre auf der Insel zugebracht. Doch schließlich kam wieder ein Winter, diesmal ein besonders grimmiger, und . . .. So konnten die letzten einander nicht begraben . . .
Trevor-Battye, der vor hundert Jahren seinen Fuß auf die Insel setzte, hat kein Altgläubigen-Kreuz gesehen. Demnach muss es damals bereits umgestürzt gewesen sein – denn andernfalls wäre es nicht zu übersehen gewesen.
Die Nenzen wissen auch mit Bestimmtheit, dass die Raskol’niki unweit des Kreuzes einen Schatz vergraben haben, und von Generation zu Generation wird weitergegeben, wie die genaue Stelle zu ermitteln sei. Man muss nur zum richtigen Zeitpunkt exakt darauf achten, wohin der Schatten einer Stange von der Größe des Kreuzes weist. Der Schatz wurde aber trotzdem bis heute nicht gefunden – wofür jeder seine eigene Erklärung finden mag.

. . . Jetzt, da es auf russischem Boden nur noch eine Handvoll Altgläubiger gibt, scheint das Rätsel des Raskol niemanden mehr zu interessieren. Es besitzt keine Vitalität, keine schneidende Bedeutung mehr. Aber dieses Fortlaufen von allem, ohne sich umzuwenden, dieses Davonlaufen, das von den Zersetzungskräften der Geschichte verfälscht und zerrieben wurde – hat es nicht unmerklich den Entwicklungsgang des russischen Charakters zutiefst geprägt, ihm Züge verliehen, die heute beinah verschwunden sind, doch kürzlich noch unseren Stolz ausmachten? Nicht nur, dass der Begriff der individuellen Freiheit unmöglich in einer Rus’ der Leibeigenen und Staatsbeamten aufkommen konnte, auch die Idee von einem starken, durch nichts zu beschädigenden Glauben, von der Wahrheit, die teurer sei als das Leben, von der Süße eines einzig von großer Geistes- und Körperkraft beschützten unsündigen Lebens in äußerster Einfachheit: all dies ist ein kaum fassbares Erbe des großen, in das Nichtsein zurückweichenden Volks der Altgläubigen. Eines Volkes, das keine Städte gebaut hat, keine eigenen Universitäten gegründet, keine Akademien, das keine Literatur im eigentlichen Sinne geschaffen hat oder irgendwelche schönen Künste anderer Art, doch Jahrhundert um Jahrhundert seine wunderbaren Söhne in das geschichtliche Russland warf, welches in schweren Momenten mehr als einmal von ihnen gerettet wurde.
Rozanov äußert einen bemerkenswerten Gedanken: „Wenn beim jüngsten Gericht die Russen dereinst gefragt werden: „Woran habt ihr geglaubt, welcher Sache habt ihr nie abgeschworen, wem habt ihr alles geopfert?“, vielleicht erwähnen sie dann versuchsweise die Petrinischen Reformen, die „Aufklärung“ und noch das eine oder andere, aber zuletzt sehen sie sich, tief bestürzt, gezwungen, das Altgläubigentum zu nennen: „Hier, ein Teil von uns, der lebte den Glauben, der übte keinen Verrat, der hat alles geopfert . . .“
Natürlich spürt man in dem Versuch der Kolguever Altgläubigen, ein unsündiges Leben dort zu beginnen, wo die Natur auf mörderische Weise unbarmherzig zum Menschen ist, eine Dimension der Entsagung von allem Irdischen, die vielleicht nur der Verzweiflung vergleichbar ist, oder einen überspannten, beinah schon erschreckenden und für uns selbstredend nicht mehr zugänglichen Glauben an die wunderbare Fürsprache Jesu Christi. Ein solch glühendes religiöses Empfinden wurde in der christlichen Geschichte wohl nur in Zeiten der Verfolgung erreicht.
Konnte der Heiland ahnen, dass Sein Wort weder in Judäa oder Armenien (wohin Fürst Abgar Ihn eingeladen hatte) noch im benachbarten Ägypten, sondern irgendwo am Ende der Welt, an einem Fleck, wo der Boden nur sommers für kurze Zeit auftaut und allein schon deshalb seine Gleichnisse vom Senfkorn, dem Weinberg und dem Feigenbaum nur als märchenhafte Allegorie verstanden werden können, Sein Wort als letztgültige, lebensspendende Wahrheit aufgenommen würde und die Menschen, an die Errettung durch Sein Wort glaubend, in den Tod gehen würden?
[. . .]
Es gibt keine Antwort darauf.
Und das Einzige, was man vor dem Fundament des Altgläubigen-Kreuzes noch tun kann, ist, sie um Vergebung zu bitten dafür, was wir diesem Land angetan haben bei der Erschließung und Ausbeutung des Erdöls – dieses leicht zu erringenden, beinahe geschenkten Reichtums: „Vergebt uns, Brüder, wir haben nicht nur ein ‚Jota’, wir haben alles aufgegeben, und Gott verloren, und alles ringsum verdreckt und getötet, und nun sterben auch wir, ohne etwas gewonnen zu haben . . .“

Ja, Liebste, ich hatte davon geträumt, dir als Geschenk ein wunderbares Land mitzubringen, bin aber auf ein Stück Erde geraten, wo nichts zu tun bleibt, als den Fluch zu ertragen, der auf ihr lastet. Denn ich weiß nicht, wie ihn fortnehmen. Ich will die Augen schließen und mir vorzustellen versuchen: die grüne Tundra und die Gestalt des Zauberers, der sich zur Erde hinabbeugt . . .
Mit vorsichtigen Händen zerteilt er das Bett aus Vergissmeinnicht, entdeckt die Quelle: das unergründliche Auge des Wassers, das ihn unverwandt ansieht. Und auch er blickt in dieses dunkle Auge, verzaubert, küsst es, saugt die reine, eisige unterirdische Kraft auf. Aber da wird das Wasser trüb und wandelt sich zum Spiegel: nacheinander erscheinen darin der Rabe, der Adler, die weiße Eule. Er nimmt den Spiegel vom Boden auf – die silberne, glöckchenbehängte Trommel, schüttelt sie ganz sacht – und die Geister der Tundra horchen auf. Er wird wahrsagen. Er schlägt mehrmals laut die Trommel und beginnt Beschwörungen zu stammeln. Die Rebhühner stieben mit lautem Flügelburren vor dem vom Himmel herabschießenden Adler in alle Richtungen davon, die Seegänse stürzen sich vom Ufer ins Meer, die Möwen erstarren im Flug. Er schlägt nun mehrmals rasend die Trommel, da weckt der dröhnende Klang des weißen Silbers, vergleichbar nur dem großen Orchestergong im Finale einer pathetischen Symphonie, ihn auf: er steht am müllübersäten Meeresufer, in zerrissenen Stiefeln und speckiger Wattejacke, und versucht weshalb auch immer, ein rostiges Dieselölfass unter den Arm zu klemmen. Er ist alt und betrunken. Und seine ganze Wahrsagung ist nichts anderes als der heisere, verzweifelte Schrei der zugrundegehenden Kreatur. Denn glaub mir, die Menschen hier spüren, dass ein Zeitenende angebrochen ist.
Ich hatte geglaubt, dass wir mit dem Verlassen der Siedlung auch den Fluch des Todes hinter uns lassen würden, der dort, in Bugrino, alles, aber auch alles mit seiner düsteren Farbe besudelt – die rostigen Schiffsgerippe, den aufgebrochenen Straßenbelag, die baufälligen Häuser, ja die Menschen . . . Aber das war ein Irrtum. Nun stehen wir auf dem sandigen Küstenstreifen am Landende. Ringsumher die Wasser des Nordpolarmeers. Irgendwo hinter dem Horizont liegt die Welt. Mitunter tragen die von weither anrollenden Wellen Dinge heran und lassen sie auf dem Ufer zurück. Würden wir diese Dinge wie Schriftzeichen aneinanderlegen, so könnten wir vielleicht eine wichtige Botschaft lesen, die uns erlaubte, diese Welt zu begreifen. Doch einstweilen fehlen noch viele Buchstaben, und wir durchkämmen mit zerstreuter Hand diesen Fundus des Weltalphabets. „G“ – Geschoss, Geschosskisten, Gasmaske, Geschirrverpackungen. „F“ – Fässer, Flaschen. „S“ – Schnüre und Stricke (verheddert), Schwimmer. „H“ – Holzteile (mit Nägeln), Hubschrauberverkleidung (ein abgerissenes Stück). „B“ – Bierdosen . . . Alik und Tolik erinnern sich, dass auf der Koška Bomben gefunden wurden und „langohrige“ Seeminen, Überbleibsel der Minenteppiche aus dem Zweiten Weltkrieg . . .
Ein halbes Dutzend Buchstaben – etwas zu mager für eine Sprache, mit der sich kommunizieren ließe. Aber könnte es sie überhaupt geben? Stellen wir uns einen Augenblick vor, wir wären die Abgesandten einer fremden Zivilisation und hätten die Erde zufällig hier auf Kolguev betreten, unweit unseres Nachtlagers bei der ehemaligen Sägemühle oder auf der Koška, wo sämtlicher Müll der Welt, von der Strömung zusammengetragen, an Land gespült wird. Wir würden natürlich zu erfassen suchen, was auf diesem Planeten, der uns aufgenommen hat, vor sich geht. Wir wüssten nichts von diesem Planeten, würden aber schnell erkennen, dass auf ihm unterschiedlich komplexe Lebensformen existieren und dass eine von ihnen besondere materielle Dinge hervorbringt, die nicht unmittelbar Folge der Lebensvorgänge sind. Wir würden deren Bestimmung zu begreifen versuchen – und kämen schließlich darauf . . . Wir wissen, wie gesagt, kaum etwas, fast nichts. Wir haben keine Ahnung, dass 1978 vor Kolguev der Leichter Nikel’ mit radioaktiven Abfällen versenkt wurde, und folglich haben wir auch keine Kenntnis von den Atom-U-Boot-Stützpunkten um Murmansk oder den Kernwaffentestgebieten auf den benachbarten Inseln von Novaja Zemlja, ganz zu schweigen von den anderen Stützpunkten und Testgebieten in weiter entfernt liegenden Ecken der Welt. Ebensowenig wissen wir etwas über die politische und militärische Geschichte, generell über die Geschichte des Homo sapiens, wir bilden uns unser Urteil ausschließlich aus dem, was wir sehen.
Eine Katastrophe. Sie muss gerade geschehen sein oder geschieht noch in diesem Moment. Das ist die einzige Schlussfolgerung, die wir ziehen können, ohne uns etwas vorzumachen, angesichts der menschlichen Daseinsspuren auf diesem Stück Erde, das uns zugefallen ist. Zugegeben, ein sehr subjektives Urteil. Und es ist durchaus wahrscheinlich, dass wir, hätten wir unseren Fuß anderswo auf die Erde gesetzt, zu einer anderen Schlussfolgerung gekommen wären, was die menschlichen Aktivitäten betrifft. Aber in unserer Abgesandtenrolle sind wir nun einmal hier gelandet, und so sehen wir den Irrsinn der Welt. Er rückt auf den Leib. Er nagt unermüdlich an der Welt, wie eine Ratte. Er schreitet voran, solange niemand da ist, ihn aufzuhalten, und die Erde ohne Götter ist. Zumindest dieses Stück Erde hier, Kolguev. Denn die Götter sind nicht dazu da, Sünden zu erlassen oder Wünsche zu erfüllen. Die Götter sind dazu da, die Welt im Gleichgewicht zu halten, damit die Menschen wissen, was wesentlich ist und was nicht, und sie dem Wesentlichen gemäß handeln.

Aus dem Russischen von Eveline Passet, Berlin

VASILIJ GOLOVANOV (1960), Journalist, Schriftsteller und Fotograf, regelmäßiger Mitarbeiter verschiedener Literaturzeitschriften, lebt in Moskau

Vollständiger Text in: Manfred Sapper, Volker Weichsel, Christoph Humrich (Hg.):
Logbuch Arktis. Der Raum, die Interessen und das Recht. Berlin 2011 [=Osteuropa 2-3/2011]

Bei dem Text handelt es sich um ein leicht gekürztes Kapitel aus Golovanovs mehrfach ausgezeichnetem Buch "Die Insel oder Rechtfertigung des sinnlosen Reisens" (Moskau 2002), das 2012 in der deutschen Übersetzung von Eveline Passet im Verlag MATTHES UND SEITZ erscheinen wird.

Ulrich Schmid | 327

Eurasien oder Skandoslavien?
Der „Norden“ im kulturellen Selbstverständnis Russlands
Mehr

Florian Stammler, Elena Khlinovskaya | 347

Einmal „Erde“ und zurück
Bevölkerungsbewegung in Russlands Hohem Norden
Mehr

T. Heleniak, T. Holzlehner, E. Khlinovskaya | 371

Der große Exodus
Demographische Trends an Russlands nördlicher Peripherie
Mehr

Johannes Rohr | 387

Anpassung und Selbstbehauptung
Die indigenen Völker in Russlands Hohem Norden
Mehr

Anna Stammler-Gossmann | 417

„Indigene Völker“
Historische Wurzeln der russländischen Minderheitenpolitik
Mehr

Bücher und Zeitschriften

Christoph Humrich | 428

Die Zukunft der Arktis
Ein Literaturbericht
Mehr